Bleib bei Dir

Einen wunderschönen guten Abend! Es ist spät, unsere Kinder schlafen tief und fest. Alles schläft. Nur das Feuer knistert noch im Kamin und erinnert mich daran, wie wichtig es ist, bei sich zu bleiben und zur Ruhe kommen zu können.

Das Kaminfeuer. Es hat so etwas wunderbar warmes, heimeliges, gemütliches. Seit Urzeiten schauten die Menschen in den langen und dunklen Winterabenden einfach ins Feuer.

Bei uns gibt es schon seit Jahren – es müssten jetzt so ungefähr fünf sein – keinen Fernseher mehr. Unser alter ging damals kaputt. Und einen Neuen wollten wir nicht. Stattdessen lieber – gar keinen mehr.

Natürlich haben wir einen Laptop, schauen auch von Zeit zu Zeit einen Film darauf an, mal mit den Kindern und mal ohne.

Aktuell ist das Kleinkind ganz versessen auf „Pippi Langstrumpf“.

Nun ja. Und dann sind da noch die Arbeitsstunden am Laptop…

Aber wir haben eben keine „schwarze Mattscheibe“ mit Blickrichtung Sofa im Zimmer hängen.

Stattdessen steht bei uns gegenüber dem Sofa ein großer Kamin, der im Winter tagtäglich angeheizt wird. Sonst bekommen wir unser altes Haus nicht warm, hier draußen im Erzgebirgswald. Und direkt neben dem Kamin steht – das Klavier meines Mannes und bringt so manch zauberhafte Stunde in dunkler Winterzeit…

Ins Feuer schauen – das hat etwas archaisches, uriges. Und es macht etwas mit einem, wenn man (je)den Tag so ausklingen lässt. Es beruhigt. Lässt alles im rechten Licht erscheinen. „Was auch geschieht – das Feuer flackert und nimmt Dich mit, zieht Dich in seinen Bann, wärmt Deinen Körper und tröstet Dein Herz.“ So könnte man es sagen…

Für mich ist es ein Stück Freiheit, was da mit mir geschieht, sich manifestiert und seinen Platz einnimmt, während ich ins Feuer schaue. Freiheit für die Seele. Sie bekommt Flügel und schwebt davon.

Wir alle kennen das vom Lagerfeuer unterm Sternenhimmel, wo eine ganz eigene, heimelige Atmosphäre entsteht. Mit ganz eigenen, irgendwie kreativen und freien Gedanken. Und mit Ruhe.

Frieden – das ist, was bleibt, wenn die Seele frei ist. Eine sagenhafte, tiefgehende, innere Ruhe, die nach außen strahlt und die ganze Welt umarmen könnte. „Eine Ruhe, die von Herzen kommt“, so würde ich den Frieden beschreiben. Und er beginnt in jedem von uns. In jedem Moment. An jedem Tag. Wo auch immer Du gerade bist.

Wenn wir bei uns bleiben, statt uns mitreißen zu lassen.

Wenn wir Emotionen fühlen, statt sie zu unterdrücken.

Wenn wir unseren, wenn Du Deinen Weg gehst – kampflos, gewaltlos, ohne Stress und nicht „am Rande der Belastbarkeit“, aber doch geradlinig und unbeugsam, Dir selbst treu, Deinen eigenen Lebensweg gehst; wenn Du auf Deine Art und Weise über die Erde wandelst, so könnte man sagen.

Bleib Dir selbst treu – „bleib bei Dir“, so heißt dieser Artikel.

Ich wünsche mir sehr, dass wir es schaffen, bei uns SELBST, bei unserer Seele, bei unseren Herzen zu bleiben in diesen aufwühlenden Zeiten, anstatt uns in der Angst, im Zorn, im Mitgefühl, in der Barmherzigkeit oder wo auch immer zu verlieren.

Das sind alles Emotionen, es sind Gefühle und sie dürfen bitte gefühlt werden. Punkt. Wenn Du sie wegschiebst, werden sie nur immer größer, brechen schließlich über Dich herein wie ein riesiger Ozean – bis Du endlich den Mut hast, zu fühlen.

Und wenn Du fertig bist mit fühlen? Wenn Du genug gefühlt hast, kann das Gefühl, kann die Emotion gehen.

Und zurück bleibt – Ruhe. Stille. Frieden. Deine Essenz. Deine innere Mitte, in all ihrer Weisheit, Schönheit und Klarheit, in ihrer ganzen Kraft.

Zurück bleibst DU.

Und eine kleine Abkürzung dahin – ist es, ins Feuer zu schauen. Loszulassen. Seinzulassen. Frieden zu finden und Ruhe. Stille.

Und in der Stille – da bist Du. Wenn Deine Seele nicht schon fortgeflogen ist und ihre Freunde hinter den Sternen besucht…

Schlaf gut!

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